Je älter man wird, desto kürzer kommt einem so ein Jahr vor. Grad geht schon wieder eins zu Ende.
Begonnen hat's mit dem Suizid einer guten Bekannten (siehe memo "Anne ist tot") und dem längst überfälligen Jobwechsel. Der neue Job hat sich leider schnell als Mogelpackung erwiesen, was zunächst mal Arbeitslosigkeit nach sich zog. Letztendlich hat sich's zum Guten gewendet, da ich mit diesem radikalen Bruch letztlich wieder eine Tätigkeit als Mediengestalter gefunden habe, was eigenlich genau das ist, was am besten kann und immer machen wollte.
2008 habe ich bei verschiedenen Anlässen einige Menschen kennengelernt, die mir sehr schnell an Herz gewachsen sind und die mir gezeigt haben, dass man auch jenseits des Mainstreams nicht allein dasteht - das hat sehr sehr gut getan und macht Mut, weiter für Überzeugungen einzutreten, die die breite Masse nicht teilt oder zur teilen in der Lage ist. (Klingt das ein wenig konfus??)
Meine Band läuft - trotz personeller Umbesetzungen - wie ein Uhrwerk. Ich bin beeindruckt darüber, das jemand aus den Niederlanden ins Bergische Land anreist, um uns live zu erleben. Wir sind "nur" eine Cover-Band!! Im November haben wir auf einem Benefiz-Festival gespielt, dessen Organisation wir 2009 übenehmen werden. Ich freue mich jetzt schon darauf.
Beim THW wechsele ich mit Ablauf diesen Jahres nach 6 1/2 Jahren zum einen die Position, zum anderen den Ortsverband. Neue Aufgaben in einem neuen Umfeld - auch das macht großen Spaß. Irgendwie läuft vieles gerade richtig.
Und dann die US-Präsidentschaftswahl - es hat unendlich gut getan, dass nach 8 Jahren Bush mit all den katastophalen Auswirkungen man nun auf eine Kursänderung der Amerikaner zumindest hoffen kann. Meine größte Sorge ist, dass Obama - bei allzu deutlichem Kurswechsel - von den Profiteuren der bisherigen US-Wirtschafts- und -Verteidigungspolitik "beseitigt" wird. Meine zweitgrößte Sorge ist, dass sich letztendlich auch unter Obama nichts wesentliches ändern wird. Immerhin besteht nun Anlass zur Hoffnung.
Und kürzlich musste ich mir eingestehen, dass ich mich wohl verliebt habe. Das war ein schleichender Prozess seit Mitte September. Wir sehen uns jeden Tag, verbrigen unsere Pausen gemeinsam, haben uns auch privat getroffen und auf einmal sehe ich sie mit anderen Augen, vemisse sie, wenn sie nicht da ist - rational betrachtet etwas, was täglich millionenfach passiert - für mich mein persönliches kleines Wunder. Mal schauen, was daraus wird.
Insgesamt betrachtet war 2008 ein gutes Jahr, ein Jahr, dass mich einigermaßen optimistisch auf das kommende Jahr blicken lässt.
