Ein seltsames Jahr war dieses 2007. Ich kann garnicht mal so genau sagen ob's gut oder schlecht war.
Begonnen hat mein 2007 am Strand der Ostsee bei Scharbeutz im strömenden Regen. War trotzdem klasse, den Norden mag ich sowieso. Im Sommer war ich nochmal für zwei Wochen in Hamburg, der (deutschen) Stadt die mir während zahlreicher Aufenthalte am meisten ans Herz gewachsen ist.
Im Februar habe ich dann eine Grenzerfahrung gemacht. Ich war auf einem dem THW-Lehrgang "Einsatzgrundlagen Ausland" in Neuhausen bei Stuttgart. Dieser Lehrgang beinhaltet eine Einsatzübung mit Schlafentzug, Psychoterror, Geiselnahme etc. (in etwa das, wofür sich vor einiger Zeit Bundeswehroffiziere vor Gericht verantworten mussten). Beim THW wird dieser Lehrgang von dafür geschultem Personal durchgeführt. Man kann die komplett in Englisch ablaufende Übung jederzeit mit dem deutschen Wort "Halt" unter- oder abbrechen. Am zweiten Tag, irgendwo im Wald der Schwäbischen Alb, mit einer Schusswaffe im Genick ist mir selbst diese Oprion nicht mehr in den Sinn gekommen. Es war sehr beeindruckend, die eigenen Grenzen kennenzulernen.
Im Mai habe ich auf einem Seminar eine außerordentlich nette Frau kennengelernt - und blöderweise haben wir zunächst nicht unsere Telefonnummern ausgetauscht. Machte aber nichts, beim zweiten Teil des Seminars im Juni würde ich sie ja wiedersehen. Mit dem Vorsatz, diesmal auf keinen Fall ohne ihre Nummer dort wegzufahren, traf ich morgens dort ein - und hatte ihre Nummer vor der Mittagspause, ohne danach gefragt zu haben. Am gleichen Abend sind wir bis zum Morgengrauen durch Düsseldorf gezogen. Klasse. Um mich ernsthaft zu verlieben, hat mir leider letztendlich irgendwas gefehlt. Heute sind wir engstens befreundet, missen möchte ich sie nicht mehr.
Im August habe ich mich mit dem Bassisten meiner Band (einer echten Diva)dermaßen in die Haare bekommen, dass ich nach 18 Monaten dort ausgestiegen bin. Sechs Tage darauf hatte ich eine neue Band, jene mit denen ich zur Zeit jede Menge Gigs absolviere.
Im Oktober habe ich festgestellt, das ich meinen derzeitigen Arbeitsplatz schon 2 Jahre habe. Gedacht war der ursprünglich als Übergangslösung. Leider bin ich darauf irgendwie hängengeblieben, das zu ändern der wichtigste Vorsatz für 2008.
Am 22. Dezember musste ich dann noch einen THW-Kollegen beerdigen, der mit 57 an Magenkrebs verstorben ist. So kurz vor Weihnachten hat ein solches Ereignis irgendwie nochal eine besondere Härte.
Tja, heute geht Weihnachten zu Ende. Der Ganze Lichterzirkus ist vorbei, im Radio läuft wieder "normale" Musik, das brechreizerregende "Last Christmas" bleibt mir für die kommenden elf Monate erspart, und ganz ganz langsam werden jetzt die Tage wieder länger.
